Blickfang Natur

2.April 2026

Feuersalamander

Halt ich bin giftig! Das signalisiert diese schwarz-gelbe Körperfarbe des Feuersalamanders. Er kann ein hochwirksames Hautgift produzieren, das potenziellen Fressfeinden schlecht bekommt, weil es stark reizend auf die Schleimhäute wirkt. Die auffällige Färbung dient also als Warnsignal und schützt den Feuersalamander wirksam vor vielen natürlichen Feinden.Adulte Feuersalamander sind reine Landbewohner. Sie lieben feuchte, schattige Laubwälder mit vielen Versteckmöglichkeiten im Wurzelbereich der Bäume, unter Totholz, unter Falllaub oder unter Steinen. Sie ernähren sich von Schnecken, Regenwürmern, Spinnen und Insekten. Sie sind vorwiegend regen- und nachtaktiv. Während Trockenperioden verkriechen sie sich tief in den feuchten Boden oder in Spalten, um nicht auszutrocknen. Besonders nach starken Regenfällen kann man ihnen nachts begegnen, wenn sie auf Nahrungssuche gehen.Die Paarung erfolgt an Land zwischen Frühling und Sommer. Die Tragzeit dauert ungefähr acht Monate. Die Eier entwickeln sich im Körper des Weibchens, wo dann auch die Larven schlüpfen. Die Weibchen suchen ein geeignetes Fliessgewässer für die Ablage ihrer Larven. Nicht jedes Bächlein ist dafür geeignet, die Fliessgeschwindigkeit darf nicht zu schnell, die Temperatur darf nicht zu hoch, der Sauerstoffgehalt im Wasser darf nicht zu gering und die Wasserqualität muss gut sein und es sollte wenig Vegetation im Bächlein sein. Fische im Gewässer würden den Tod für die jungen Larven bedeuten. Nach drei bis sechs Monaten ist die Entwicklung der Larven abgeschlossen. Feuersalamander werden nach zwei bis vier Jahren geschlechtsreif. In einem intakten Lebensraum können sie 20 Jahre alt werden.Die Bestände des Feuersalamanders sind in manchen Regionen durch Lebensraumverlust und die Einschleppung von Krankheitserregern stark gefährdet. Schutzmassnahmen und die Erhaltung naturnaher Wälder und sauberer Bäche sind daher besonders wichtig.

Silvia Rüegg-Bonelli

6.FeBruar 2026

Engelslocke oder Haareis

Vielleicht übersieht der Wanderer dieses erstaunliche, hauchzarte Naturphänomen im Laubmischwald, er nimmt es vermutlich als ein unbedeutendes Schneefleckchen wahr. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt Erstaunliches: sogenanntes Haareis, gelocktes Greisenhaar oder Engelslocken. Bestimmte Bedingungen müssen erfüllt sein, damit das Haareis wachsen kann. Es braucht einen speziellen Pilz und genügend Feuchtigkeit in modernden Buchen- oder Eichenästchen mit aufgesprungener Rinde, eine Temperatur knapp unter dem Gefrierpunkt und es darf kein Schnee liegen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, zaubert die Natur dieses hübsche Kunstwerk, das Haareis, hervor. Diese weissen Haare wachsen aus dem Holz heraus – nicht so beim Raureif oder Raueis. Die feinen, seidigen Haare können eine Länge von fünf bis selten zehn Zentimetern erreichen. Bleibt die Temperatur konstant, kann dieses vergängliche Naturwunder während eines ganzen Tages bestaunt werden. Doch ein einziger Sonnenstrahl oder die kleinste Berührung genügt, und das Haareis schmilzt augenblicklich.

Silvia Rüegg-Bonelli / Foto Arnold Zanoni
21. Januar 2026

Berberitze und Hornisse

Die einheimische Gemeine Berberitze zeigt sich zurzeit in voller Blüte. Schon seit ein paar Jahren beobachte ich, dass Hornissen gerne aus den kleinen Blütenbechern der Berberitzen trinken oder vielleicht auch etwas abknabbern. Sie verweilen jeweils lange und ausgiebig im gelben Blütenmeer. Ein anderes Mal beobachtete ich eine Hornisse auf dem Apfelbaum wie sie eine Wespe zerlegte und frass. Unser Teich ist nicht nur bei ihnen als Wasserquelle sehr beliebt und selbst der alte Gartenzaun dient ihnen zum Holzsammeln für ihren Nestbau. Diese Hornisse liess sich nicht von mir stören, obwohl ich mit der Kamera mehrmals ganz nah an sie heran gehen musste. Hornissen sind in meinem Garten gern gesehene und friedvolle Gäste. 
Silvia Rüegg-Bonelli
21. Januar 2026

Kristallklarer Harztropfen

Dieser frische Harztropfen funkelte wie ein Bergkristall im herbstlichen Sonnenlicht. Der klebrige Baumsaft befindet sich in Harzkanälen, die den Baum durchziehen. Das Baumharz dient ihm bei Verletzungen. Damit verschliesst er die «Wunden», um sich so vor Krankheiten, Schädlingen und Pilzen zu schützen. Einheimische Bäume wie Fichten, Kiefern, Lärchen, Tannen und Arven beschenken uns mit dem «Gold des Waldes». Aus Baumharz können Heilsalben hergestellt werden. Nicht nur Weihrauch und Myrrhe, sondern auch Harze der einheimischen Bäume können verräuchert werden. Beim Abkratzen des Harzes muss darauf geachtet werden, dass die Rinde nicht verletzt wird. Das Baumharz muss so lange gelagert werden, bis es sich nicht mehr klebrig anfühlt. Rötlich-goldenes Baumharz kann gekaut werden wie ein Kaugummi. Lassen Sie das Harz eine Weile im Mund aufweichen bevor Sie es zerkauen. Das Harz sollte dafür weder zu weich noch zu hart sein.
Silvia Rüegg-Bonelli
21. Januar 2026

Schau genau hin, alle sind rot-schwarz gefärbt

Schon seit Jahren sind mir die Feuerwanzen wohl bekannt. Diese versammeln sich in meinem Garten an Baumrinden, krabbeln über Steine und sonnen sich an der Mauer. Fliegen können sie nicht, denn ihre Hautflügel unter den Deckflügeln sind verkümmert. Ebenfalls bekannt sind mir die Streifen- und die Mordwanzen. Auf meiner Pflanzentour in den Hegau traf ich kürzlich wieder auf unterschiedliche rot-schwarz gefärbte Wanzen, die sogar fliegen konnten. Zu Hause bestimmte ich die Tierchen, die eine als Gemüse- und die andere als Ritterwanze. Foto: sich paarende Ritterwanzen. 
Silvia Rüegg-Bonelli
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